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Zimmermann Björn Schäfer bereiste während seiner Wanderschaft beinahe alle Kontinente. In einem Vortrag begeisterte nun Zuhörer für sein Abenteuer.


Etwa 30 Zuhörer wollten die Geschichte von Björn Schäfers Wandergesellenzeit hören. So war Björn Schäfer etwas mehr als drei Jahre unterwegs, in seiner Kluft mit Stenz und Charlottenburger über der Schulter.


Kleidung ist Tradition. Die Kluft eines rechtschaffenen fremden Gesellen besteht aus einem schwarzen Hut, der Staude (ein kragenloses weißes Hemd), der Samt- oder Manchesterweste mit Biesen, der Samt- oder Manchesterhose mit Biesen, der Samt- oder Manchesterjacke und Biesen, den stets blank geputzten schwarzen Schuhen oder Stiefeln und der schwarzen Ehrbarkeit (einer Art Krawatte) mit dem jeweiligen Handwerkszeichen.Einen Ohrring mit Handwerkswappen tragen ebenfalls viele Zimmermannsgesellen im linken Ohr. Der Stenz oder Stab darf auch nicht fehlen.

Foto: Jens Burmester

Mit dem Stenz in der Hand
von Koberg in die ganze Welt

Koberg - Björn Schäfer aus Koberg reiste als stolzer rechtschaffener Zimmermann nach altem Brauch durch die Welt. Drei Jahre und drei Wochen war er unterwegs. Heute ist der 33-Jährige Fachlehrer für Bautechnik am Berufsbildungszentrum Bad Segeberg. In seinem Heimatdorf Koberg hielt Schäfer am Mittwochabend einen Vortrag über seine Wanderzeit.


Es war der 1. Dezember 2003, als Schäfer sich zu Hause verabschiedete und in die Welt hinauszog. Und das auf Schusters Rappen, denn öffentliche Verkehrsmittel sind bei den Wandergesellen verpönt. "Man ist per Anhalter fast genauso schnell unterwegs wie mit dem eigenen Auto", erklärte Schäfer. Innerhalb der Ortschaften allerdings sei man generell zu Fuß unterwegs. Zunächst gab Schäfer eine Einführung in die Geschichte der rechtschaffenen fremden Gesellen und deren Reisen. Das Ganze beruht auf einer Jahrhunderte alten Tradition. Die Reisedauer beträgt drei Jahre und einen Tag. Während dieser Zeit darf der reisende Geselle seinen Heimatort in einem Umkreis von 50 Kilometer nicht bereisen.


Ein reisender rechtschaffener fremder Geselle ist an seiner Kluft mit dem weiten Hosenschlag und der schwarzen Ehrbarkeit sehr gut zu erkennen. Über seine Reisen führt er ein Wanderbuch, in dem alle Stationen aufgeführt sind. Stempel der Bürgermeister, der Arbeitgeber und deren Arbeitszeugnisse sind dort nachzulesen. Allerdings wird solch ein Wanderbuch eigentlich nicht öffentlich gemacht.


Seine Wanderschaft führte Björn Schäfer durch fast ganz Europa, und dann nach Südamerika. Das geht natürlich nicht per Anhalter, sondern solche Passagen werden dann im Flugzeug zurückgelegt. Nach der Zeit in Südamerika ging es wieder zurück nach Europa, dann nach Australien und Neuseeland wieder zurück nach Europa und am Ende wieder nach Übersee. Da war Schäfer in Kanada, in Alaska und zuletzt auf Hawaii.


Am 17. Dezember 2006 kehrt Schäfer nach Koberg zurück. In der Hand den Stenz, den Wanderstab der reisenden Gesellen und über der Schulter den Charlottenburger. "Das ist ein weißes, etwa 80 x 80 Zentimeter großes Tuch, das mit der Reklame von Berufsbekleidungsgeschäften oder auch mit Bildern unserer Vereinigung bedruckt ist, und in dem der Geselle sein ganzes Hab und Gut mitführt. Die Technik, einen Charlottenburger zu schnüren, so dass er die Form einer dreißig Zentimeter dicken und siebzig Zentimeter langen Wurst hat, in der das notwendigste Werkzeug, Arbeitszeug, Unterwäsche und eventuell sogar ein Schlafsack untergebracht sind, lernen nur die fremden rechtschaffenen Gesellen. Nach seiner Walz besuchte Schäfer die Meisterschule in Kassel, arbeitete nach erfolgreichem Abschluss ein Jahr als Bauleiter in Hamburg, wurde anschließend Referendar für drei Semester und legte schließlich die Prüfung zum Berufsschullehrer ab.


Von Jens Burmester, Lübecker Nachrichten