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Die Frau, die Pferde

unsterblich macht


Heike Landherr aus Koberg fertigt große bronzene Standbilder. Gerade wurde der bedeutende Elite-Hengst "Don Schufro" in Dänemark enthüllt.


Foto: Neelsen

Koberg - Ihre Werke gehen bis ins Ausland: Heike Landherr aus Koberg (Herzogtum Lauenburg) fertigt lebensgroße Bronzeporträts von berühmten Pferden. Jetzt wurde der Hengst "Don Schufro" im dänischen Randbol enthüllt. Auch für die Modelleurin ein spannender Moment.


"Die größte Herausforderung besteht darin, das Tier korrekt darzustellen" , erzählt die 52-Jährige. "Jedes Pferd sieht anders aus." Daher hat sie das Tier im Stall des Gestüts Blue Hors genau beobachtet. Dabei entsteht ein kleines Modell aus Plastilin, das "Don Schufros" schmalen Kopf, die kräftigen Flanken und die selbstbewusste Haltung genau wiedergibt. Mit dem Zollstock misst sie etwa die Länge des Kopfes - und überträgt sie maßstabsgerecht auf das Modell. "Jedes Detail müsse sitzen. Egal, welchen Blickwinkel und welchen Abstand der Betrachter einnimmt, der Gesamteindruck muss stimmen." Mit einem feinen Spatel wird die Mähne nachgezeichnet. "Es macht Spaß, wenn man da Leben reinbringen kann."


Doch das kleine Modell dient nur als Vorbild für das große Werk. Aus Gips, gestützt von einem Styroporkern und Eisenstangen, wird der Hengst zum zweiten Mal modelliert, diesmal in Originalgröße. Viele, viele Stunden dauert es, den Gips anzurühren, etwa fingerdick aufzutragen und später mit Feilen und Messern in die richtige Form zu bringen.


Die Tiere sind so stattlich, dass Landherr bereits die Zwischendecke ihres Ateliers in Koberg entfernen musste. Bis zu den Ohrenspitzen misst "Don Schufro" schließlich 2,60 Meter. "Je größer die Arbeiten sind, desto mehr Spaß macht es mir", sagt die Modelleurin, die einst als Goldschmiedin begann. Nach der Ausbildung arbeitete sie viele Jahre als Modelleurin in verschiedenen Porzellanmanufakturen. "Da habe ich mir vieles abgucken können." Geboren in Dithmarschen, "zwischen den Kohlköpfen", lebt Landherr nun bereits seit zwölf Jahren in Koberg. Auf einem alten Bauernhof hat sie ein neues Zuhause gefunden - zusammen mit ihrem Sohn, zwei Pferden und einem Hund. Ihr Atelier hat sie im ehemaligen Schweinestall eingerichtet. Pferdekopf-Plastiken sind dort zu sehen, dazu großformatige Bilder von Pferden, aber auch von Wildtieren. "Die Beziehung vom Menschen zum Tier fasziniert mich", sagt Landherr. Irgendwann hatte mal jemand angefragt, ob sie ein großes Standbild fertigen könne. Sie konnte. Inzwischen hat sie bereits vier lebensgroße Pferde-Plastiken geschaffen.


Ist das Gips-Modell endlich fertig, wird es zerschnitten. Der Kopf, die Ohren, die Beine müssen abgetrennt, der Rumpf in drei Teile geteilt werden, da das Tier nicht im Ganzen gegossen werden kann. In der Bildgießerei in Elmenhorst entstehen die Teile im Wachsausschmelzverfahren. Anschließend werden die einzelnen Gliedmaßen geschliffen, ziseliert und wieder zusammengeschweißt. Ungefähr ein Jahr dauert die Arbeit an so einem großen Standbild, das 600 bis 700 Kilogramm schwer ist. Wie viel ein großes Bronze-Pferd kostet, will Landherr nicht verraten. Zu ihren Kunden zählt auch das Gestüt Wendeln in Garrel, das die Siegerstute "C'Dur" in Auftrag gegeben hatte. "Das Tier sollte im Trab gezeigt werden; da mussten Dynamik und Statik in Einklang gebracht werden", erinnert sich Landherr, die selbst begeisterte Reiterin ist.


Die Enthüllung des bronzenen "Don Schufro" erlebte Landherr in Dänemark mit. "Ich bin happy. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn das Pferd dann an seinem Platz steht", berichtet sie von der großen Feier in Randbøl. Das schönste sei die Freude im Gesicht der Auftraggeber.


Lübecker Nachrichten, 14. Juli 2013, von Julia Paulat