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MarktTreffs: Eine gute Idee braucht mehr Kunden


Zwei Lebensmittelläden mit Treffpunkt gibt es im Kreis Herzogtum Lauenburg in Gülzow und in Koberg. Doch trotz allem Engagements der Mitarbeiter fehlt es an Kunden. Für den Erhalt der Läden  setzen die Betreiber auf Kundennähe und Vielfalt.


Gülzow/Koberg. Eine Existenz gründen, sein eigener Chef sein. Morgens den eigenen Laden aufschließen, Unternehmer sein - davon träumen viele. Aber auf dem Land scheint das für die meisten Einzelhändler wenig attraktiv zu sein. Am meisten leiden Menschen darunter, die zum Einkaufen nicht in die Städte fahren könnten. In Koberg und Gülzow gibt es noch sogenannte Markttreffs. Aber auch ihre Zukunft ist ungewiss. Trotz allem Engagements ihrer Mitarbeiter fehlt es ihnen an Kunden.


"Wir hatten Schwierigkeiten, jemanden hier rein zu bekommen" sagt Horst Albrecht. Er ist Vorsitzender des Vereins "Markttreff Koberg". Nachdem der vorherige Betreiber des kleinen Ladens am Gemeindezentrum schließen musste, stand er vier Monate leer. Unternehmer schrecke das Mischsortiment eines Dorfladens ab. In dem Koberger MarktTreff, 2008 eröffnet, finden sich heute wieder viele der Produkte, die Kunden in der Umgebung brauchen: Zigaretten, verschiedene Lebensmittel, Zeitschriften und natürlich Backwaren. Seit Oktober betreibt Bettina Tönnies "Die kleine Backstube" an der Dorfstraße. Erfolgreich? Zumindest bisher, aber das müsse man erst mal abwarten, sagt Albrecht optimistisch, denn "morgens stehen häufig schon Kunden vor der Tür", sagt er. Dennoch: Auch in Koberg können sich die Betreiber nur schwer gegen Supermärkte wie in Sandesneben durchsetzen.


Im Süden des Lauenburgischen, in Gülzow, beklagt Bürgermeister Wolfgang Schmahl: "Wir erzielen kein positives Ergebnis." Die Gemeinde ist alleiniger Gesellschafter und muss den Verlust somit mit ihrem Haushalt auffangen. Deshalb sei die Gemeinde auf der Suche nach einem eigenständigen Pächter. 2017 läuft die zwölfjährige Frist für die EU-Fördermaßnahmen aus. "Dann müssen wir auf die Richtlinien der EU keine Rücksicht mehr nehmen", sagt Schmahl.


"Wir haben hier so gut wie alles", sagt Katrin Kammel, Marktleiterin in Gülzow. Und teurer sei das nicht. Aber sich gegen die großen Ketten in Geesthacht, Lauenburg und Schwarzenbek durchzusetzen sei schwer. So ein großes Sortiment könnten sie auf der viel kleineren Fläche ihres 2005 eröffneten Markttreffs nicht anbieten. Also gehen sie andere Wege: Nähe zum Kunden. "Wir bestellen auch auf Kundenwunsch" , sagt Kammel. "Und wir liefern auch nach Hause." Umsatz bringe ihnen zudem das Café auf der Rückseite des Gebäudes - und umgekehrt.


Die Idee hinter MarktTreffs ist, neben einer gesicherten Nahversorgung im ländlichen Raum, Treffpunkte zu schaffen. Der Koberger MarktTreff grenzt unmittelbar an das örtliche Gemeindehaus, das für Veranstaltungen vermietet wird. "Ganz flexibel", sagt Horst Albrecht. "Wer was machen will, bekommt einen Schlüssel." Das bringe zusätzliche Einnahmen durch die Vermietung. "Wir sind finanziell von der Gemeinde unabhängig", sagt er. Ob Theater oder Krabbelgruppe, das Gemeindezentrum mit Bäcker ist zum Dorfmittelpunkt geworden. "Solange das wirtschaftlichen Erfolg hat, bleibt alles wie es ist", sagt Albrecht.


Besonders für die ältere Bevölkerung seien die Märkte wichtig, darin sind sich alle Beteiligten einig. "Finden wir keinen Pächter, muss es erst mal so weiter gehen", sagt Wolfgang Schmahl. Der Markt sei zu wichtig, um ihn zu schließen.


Der Koberger Verein setzt auf Flexibilität - beim Sortiment und bei der Miete. Die Koberger glauben an ihr Konzept und an die gute Idee, "das Landsterben zu stoppen", wie Horst Albrecht sagt.


Bettina Tönnies (li.) lLeitet

„Die kleine Backstube“, die zum MarktTreff in Koberg gehört. Ihre Tochter Jennifer Tönnies-Waldow arbeitet auch dort.

© Foto: Philip Schülermann

Stimmen zu MarktkTreffs:


"Wir gewährleisten die Nahversorgung in Gülzow." Katrin Kammel, Leiterin des MarktTreffs in Gülzow


"Gewinn und Verlust des MarktTreffs haben Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt." Wolfgang Schmahl, Bürgermeister von Gülzow


"Wir sind finanziell von der Gemeinde unabhängig." Horst Albrecht, Vorsitzender des Vereins "MarktTreff Koberg"


14. Januar 2016, Lübecker Nachrichten, von Philip Schülermann