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Das Geheimnis der verschollenen Kette von Koberg

Königskette der Ringreiter trägt Namen zahlreicher Sieger.

Im August 1919, vor fast genau 100 Jahren, wurde die Kette in Koberg gestiftet.


100 Jahre ist sie nun schon alt, die Königskette des Koberger Ringreitens. Das nicht nur historisch wertvolle Stück aus Silber könnte sicher eine bewegte Geschichte erzählen, denn manches, das seit 1919 mit dieser Kette passiert ist, bleibt rätselhaft.

Es beginnt schon damit, dass auf dem großen Medaillon, das den Mittelpunkt des Schmuckstücks bildet, „gewidmet von August Brinkmann“ steht. Beim Ringreiten in Koberg wurde in jenem Jahr aber ein Mann namens Theodor Brinkmann Sieger. Sein Name steht auf dem ältesten der kleinen Plättchen, die in jedem Jahr der jeweilige König gravieren lässt.

So müssten es inzwischen eigentlich 100 Plättchen sein, doch die echte Zahl ist deutlich geringer. „Wir wissen nicht, warum in etlichen Jahren keine Plaketten mit den Namen angefertigt wurden“, sagt Frank Tiedemann. Er ist Chef der Interessengemeinschaft, die das traditionelle Reiter-Spektakel in Koberg organisiert. Kriegs- und Notzeiten, so vermutet er, wären eine Erklärung.

Kette war über 50 Jahre lang verschollen

Völlig unklar ist auch, wieso die Kette zwischen 1927 und 1980 verschollen war. Erst als damals ein alter Koberger starb und seine Angehörigen sein Haus entrümpelten, tauchte die schon fast vergessene Königskette in einer Truhe wieder auf.

Seitdem ist wirklich jeder Sieger des alljährlichen Ringreitens auf einem kleinen Schild eingraviert und damit festgehalten. Der erste „neue“ König war 1980 der Arzt Dr. Heza Khani, amtierende Königin ist seit 2018 Vivien Rönck.

König kann nur ein Koberger werden

Frauen nehmen erst seit den 70er Jahren an diesem Wettbewerb teil, ihr Anteil steigt seitdem stetig. „Inzwischen sind die Reiterinnen in der Mehrheit“, berichtet Tiedemann. Eigentlich dürfen nur Koberger teilnehmen, doch man freut sich auch über Gast-Reiter. Sie können allerdings bestenfalls Zweiter werden, denn die Königswürde muss im Dorf bleiben. Beim diesjährigen Ringreiten sind allerdings nur Koberger dabei.

Wie lange es das Ringreiten in Koberg schon gibt, weiß niemand genau. Ein Verein, der die Organisation des damals schon bestehenden Festes übernahm, wurde 1919 gegründet, wäre jetzt also auch 100 Jahre alt. Er existiert aber nicht mehr, stattdessen hat eine lockere Interessengemeinschaft diese Aufgabe übernommen.

Bleibt noch eine Frage: Womit trifft man den kleinen Ring am besten? „Jeder kann seinen eigenen Stock mitbringen“, sagt Frank Tiedemann. Meistens werden Bambus- oder Haselnuss-Stöcke verwendet, mancher greift auch zum hölzernen Kochlöffel. Aber Achtung: Je länger der Stock ist, desto schwieriger ist er ins winzige Ziel zu bringen.

Pfingstsonntag, 9. Juni: Auf dem Bolzplatz um 10 Uhr Kinder-Ringreiten, um 14 Uhr Reiten der Erwachsenen. Dazwischen ab 13 Uhr Festumzug. Um 20 Uhr Disco im MarktTreff. Pfingstmontag ab 11 Uhr Frühschoppen mit den Möhnsener Musikanten.

Dieter Tiedemann ist Ringreit-König, dessen Name auch auf der Kette verewigt ist.

Fotos:

Im August 1919, also vor fast genau 100 Jahren, wurde die Kette in Koberg gestiftet. Lange war sie allerdings verschollen.


Dieter Tiedemann ist einer jener Ringreit-Könige, deren Namen für immer auf der Kette verewigt sind.


Fotos: Norbert Dreessen

Lübecker Nachrichten, von Norbert Dreessen, 5. Juni 2019

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