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Wieder Hortensien-Klau

Neue Fälle aus Koberg, Breitenfelde und Schretstaken gemeldet. Verarbeitung zu “Blumen-Joints”?


Karin Loss und ihre geköpften Hortensien im Garten.


Foto: Norbert Dreessen

Koberg - "Das ist doch eine Frechheit", schimpft Karin Loss aus Koberg und zeigt auf die Hortensien in ihrem Garten - oder das, was davon noch übrig ist. Blumen-Diebe haben nämlich nachts das Grundstück der Familie Loss heimgesucht und sich dabei bis in den hintersten Winkel des Gartens vorgewagt. Ihre Beute: Hortensien.


Die Unbekannten haben die neuen Triebe gestohlen. Die Zweige wurden fein säuberlich gekappt, die einst meterhohen Sträucher sind zum Teil bis auf wenige Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten worden. "Zuerst dachte ich, dass das Tiere waren, doch dann sah ich, wie sorgfältig die Zweige abgeschnitten wurden", sagt die Bestohlene.


Hortensien-Klau ist längst kein Einzelfall mehr: In Lübeck sorgten im März mehrere Fälle für Schlagzeilen, doch auch im Lauenburgischen sind jetzt Diebe unterwegs. Karin Loss hat sich im Verwandten- und Freundeskreis umgehört: "Aus Breitenfelde und Schretstaken wurden mir gleich mehrere Fälle berichtet, und auch hier in Koberg sind schon mehrere Hausbesitzer betroffen", klagt sie.


Wofür die neuen Triebe gebraucht werden, darüber lässt sich bisher nur spekulieren. Die Zierpflanzen werden allerdings nicht nur als Dekoration genutzt: In Hortensien enthaltene Substanzen können eine berauschende Wirkung entfalten - laut schleswig-holsteinischen Apothekerkammer haben vier Prozent aller Zwölf- bis 25-Jährigen bereits Erfahrung mit sogenannten "Blumen-Joints" gemacht. Nach Einschätzung der Apothekerkammer werden die Pflanzen als Haschisch-Ersatz genutzt. Strafrechtlich hat ein solcher Konsum zwar keine Folgen, denn er fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Dennoch raten Experten vom Genuss dringend ab: Hortensien-Raucher könnten sich leicht Vergiftungen zuziehen, außerdem bestehe die Gefahr von dauerhaften Psychosen.


Karin Loss weiß jedenfalls nicht, wer und warum sich jemand an ihren Beeten zu schaffen machte. Damit so etwas nicht wieder vorkommt, hat ihr achtjähriger Enkel ihr vorgeschlagen, eine Fallgrube im Garten zu bauen, in die die Diebe beim nächsten ungebetenen Besuch dann hineinplumpsen.


Auf jeden Fall will die bestohlene Frau Anzeige bei der Polizei erstatten. Sie hofft, dass dann öfter mal nachts eine Streife durchs Dorf fährt und vielleicht den Hortensien-Dieb auf frischer Tat ertappt.


Von Norbert Dreessen, Lübecker Nachrichten